ViFas, Lotse und Co. auf dem Bibliothekartag

In weniger als 2 Wochen beginnt der 100. deutsche Bibliothekartag in Berlin. Nachdem wir im letzten Jahr auf dem Bibliothekskongress in Leipzig nicht mit dem vascoda e.V. vertreten waren, sind wir diesmal wieder mit einem Stand in der Ausstellung präsent.
Unter dem Motto “ViFas, Lotse und Co.” präsentieren sich an den drei Ausstellungstagen vom 7. Juni bis zum 9. Juni insgesamt 24 Portale, dazugehörige Projekte sowie verschiedene Querschnittsdienste für die Portale.

Wir freuen uns besonders, dass wir uns in diesem Jahr den Stand mit Lotse teilen. Lotse ist ja schon lange mit einer Reihe von ViFas eng verbunden, ein gemeinsamer Auftritt daher logisch und konsequent und eine gute Gelegenheit, weitere Kooperationen zwischen Lotse und den anwesenden ViFas initiieren. Katrin Steiner (ULB Münster) wird an allen drei Tagen am Stand sein, das Angebot präsentieren und für Fragen zur Verfügung stehen.
Auch die SUB Hamburg beteiligt sich am Stand. Jens Wonke-Stehle (SUB Hamburg) wird – ebenfalls an allen drei Tagen – nicht nur die VifaPol und deren Erweiterung um Verwaltungs- und Kommunalwissenschaft im Rahmen des laufenden akte20.09-Projektes vorstellen, sondern auch für Fragen rund um das Informationssystem Webis sowie zu Academic LinkShare (ALS) bereitstehen.
Weitere Querschnittsdienste der ViFas und Fachportale sind natürlich die Elektronische Zeitschriftendatenbank (EZB) und das Datenbank-Informationssystem (DBIS), die an zwei Nachmittagen durch Evelinde Hutzler (UB Regensburg) vorgestellt werden.

Hier eine Übersicht, welche Fachportale und weiteren Angebote Sie wann an unserem Gemeinschaftsstand H8 im Foyer Estrelsaal antreffen:

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vifabioDOC – Server für biologische E-Publikationen

Die Virtuelle Fachbibliothek Biologie startet mit vifabioDOC eine neue Plattform für biologische E-Publikationen. Damit haben Biologen aller Teildisziplinen die Möglichkeit, ihre elektronischen Publikationen als PDF-Dateien auf einem fachspezifischen Server zu platzieren und dauerhaft weltweit zugänglich zu machen. Die Publikationen auf vifabioDOC werden automatisch in verschiedenen Datenbanken und Suchmaschinen verzeichnet (und selbstverständlich auch im Virtuellen Katalog von vifabio). vifabioDOC versteht sich als Open Access-Repositorium und fördert die freie Zugänglichkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen in der Biologie. Die vifabioDOC-Webseiten bieten für Autoren umfassende Informationen rund um das komplexe Thema Elektronisches Publizieren. Schon zum offiziellen Start sind mehr als 2.500 Dokumente auf vifabioDOC gespeichert.

Bildschirmfoto der Startseite von vifabioDOC

Startseite von vifabioDOC

Das Angebot von vifabioDOC ist für Autoren deshalb attraktiv, weil durch die spezielle Fokussierung auf die Biologie eine Plattform entsteht, die von der Fachwelt überregional und international besser wahrgenommen werden kann als nicht-fachspezifische (“institutionelle”) Dokumentenserver, wie sie an vielen Universitäten bestehen. Die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main sammelt seit vielen Jahrzehnten als DFG-geförderte Sondersammelgebiets-Bibliothek die weltweit erscheinende biologische Literatur so umfassend wie keine andere Bibliothek in Mitteleuropa; sie ist deshalb mit vifabioDOC die beste Ansprechpartnerin für Biologen, die auch ihre elektronischen Publikationen dauerhaft sichtbar machen und zugänglich halten wollen.

In technischer Hinsicht ist vifabioDOC kein selbstständiger Dokumentenserver, sondern ein fachlicher Ausschnitt des von der Universitätsbibliothek Frankfurt betriebenen Hochschulpublikationssystems; dieses verwendet OPUS (hervorgegangen aus dem “Online-Publikationssystem der Universität Stuttgart”), und damit die in Deutschland am weitesten verbreitete Softwarebasis für Dokumentenserver. Die Suchfunktionen und die an vifabio angepasste Oberfläche von vifabioDOC wurden mittels Solr/Lucene entwickelt. Sie bieten ähnliche Funktionen wie der kürzlich neu gestaltete Internetquellen-Führer von vifabio; auch die “taxonomisch intelligenten Funktionen” wurden in die Oberfläche von vifabioDOC integriert (vgl. dazu eigenen Blogeintrag).

Als Gütesiegel für vifabioDOC wird das DINI-Zertifikat 2010 für Dokumenten- und Publikationsservices angestrebt.

Ein Beitrag von Gerwin Kasperek, vifabio / Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
E-Mail: dokumentenserverbio@ub.uni-frankfurt.de

Wie kann die Nutzung von ViFas und Fachportalen erhöht werden? (Teil 2)

Im ersten Teil dieser Reihe bin ich darauf eingegangen, dass die ViFas und Fachportale ihre NutzerInnen im Netz abholen sollen. Insbesondere Social-Media-Dienste wie Twitter und Facebook spielen dabei eine gewichtige Rolle. Derartige Angebote sollten heutzutage selbstverständlich zum Portfolio der Portale und der betreibenen Bibliotheken gehören oder besser umgekehrt, Bibliotheken und Portale müssen letztlich (mit ihren Diensten) Teil der sozialen Netzwerke werden. Die Möglichkeiten diese Dienste ziel- und bedarfsgerecht (also nutzerorientiert) einzusetzen ist sicher für viele noch eine Herausforderung, der man sich aber durch Ausprobieren und den Austausch untereinander erfolgreich stellen kann und sollte.

Präsenz auch außerhalb des WWW zeigen

Die NutzerInnen (insbesondere Studierende = die WissenschaftlerInnen von morgen) tummeln sich aber nicht nur in den bekannten sozialen Netzwerken, sondern benutzen für ihre jeweiligen Informationsbedürfnisse selbstverständlich auch noch die lokalen Angebote ihrer Bibliothek (wenn auch mit sich verändernden Anforderungen). ViFas und Fachportale müssen also mit alle ihren Angeboten auf den Bibliotheksseiten präsent sein, sie müssen als Ergänzung der lokalen Angebote wahrgenommen und als solche beworben werden und sie müssen – in letzter Konsequenz – mit ihren Inhalten Teil der lokalen Angebote werden. Sie müssen darüber hinaus aber auch in den Bibliotheken selbst, die sich ja als Lernorte einer steigenden Beliebtheit erfreuen, präsent sein und auch außerhalb der Webangebote wahrgenommen werden. Den Rest des Beitrags lesen »

Wie kann die Nutzung von ViFas und Fachportalen erhöht werden? (Teil 1)

In der letzten Woche habe ich über Twitter eine kleine Umfrage unter den Followern gestartet. Es ging dabei um die Frage, wie man die Nutzung von Virtuellen Fachbibliotheken und Fachportalen erhöhen kann, was zunächst mal gleichzusetzen ist mit der Frage, wie man den Bekanntheitsgrad der ViFas und Fachportale erhöhen kann.  Auch wenn sich die Zahl der Vorschläge und Ideen bei Twitter in Grenzen hielt, möchte ich diese hier im Blog aufgreifen und ergänzen und so auch die weitere Diskussion zu dieser Frage anregen.
Die Nutzung der ViFas und Fachportale ist sehr unterschiedlich, ebenso die Faktoren, die für eine gute Nutzung eine Rolle spielen. Das fängt an beim Bekanntheitsgrad in den Fachcommunities (also bei den Zielgruppen / NutzerInnen) an, geht über den Bekanntheitsgrad und das Standing in der Bibliothekswelt (bei den Multiplikatoren und oft auch in der eigenen Bibliothek) und führt letztlich auch zur (altbekannten) Problematik der Heterogenität der Angebote (technisch und inhaltlich gleichermaßen) bis hin zur Herausforderung der Verstetigung und des nachhaltigen Betriebs und der Weiterentwicklung der Angebote (und eben nicht die alleinige Aufrechrechterhaltung des Status Quo nach Ende der Projektförderung). Ein sehr komplexes Thema also, welchem ich versuchen will, mich in mehreren Beiträgen zu nähern.

“Die NutzerInnen dort abholen, wo Sie sich (im Netz) tummeln.”

@karldietz macht bei der kleinen Twitter-Umfrage den Vorschlag, dass die ViFas die NutzerInnen bei Twitter, Facebook und Co. abholen sollen. Die Themen Web 2.0 und Social Media sind ja tatsächlich schon länger in den Fokus gerückt, waren Inhalt diverser vascoda-Workshops und Beispiele aus den Portalen wurden und werden hier im vascoda-Blog vorgestellt. Immer mehr Bibliotheken und nach und nach auch ViFas und Fachportale sind insbesondere bei Twitter und Facebook zu finden oder betreiben ein Blog oder ein Wiki.  Aber hier ist noch ein langer Weg zu gehen. Die Verantwortlichen der Fachportale müssen teils noch davon überzeugt werden, dass Web 2.0 und Social Media unverzichtbar für die Aussendarstellung und als ergänzende Bestandteile ihrer Angebote sind, noch vorhandene Berührungsängste müssen weiter abgebaut werden. Schön ist aber, dass immer mehr sich trauen, die verschiedenen Dienste auszuprobieren. Manchmal werden dabei im Vorfeld (z.B. im Rahmen von Masterarbeiten) Markanalysen betrieben und die Wünsche der NutzerInnen sowie die Möglichkeiten der Fachportalbetreiber evaluiert. Meist größere Bibliotheken stellen sogar Hauptverantwortliche für den Bereich Social Media ein, die sich auch um entsprechende Angebote der Fachportale kümmern. Betrachtet man dann aber mal die verschiedenen Social-Media-Aktivitäten insbesondere der ViFas und Fachportale genauer, stellt man fest, dass auch hier die Nutzung sehr unterschiedlich aber in der Regel noch zu gering ist. Der Effekt der Weiterverbreitung von Informationen in sozialen Netzwerken ist sicher nicht zu unterschätzen, allein darauf zu vertrauen, dass sich die eigenen Angebote dadurch herumsprechen wäre aber fatal. Wenn einem bei Twitter oder Facebook hauptsächlich die KollegInnen aus den anderen Portalen und Bibliotheken folgen, dann hat man zwar einen schönen Pool an Multipliaktoren, die eigentliche Zielgruppe (nämlich die Fachcommunities, die NutzerInnen der Fachportale) erreicht man so nur mäßig, wenn nicht gar nur zufällig. Was also tun? Dazu ein paar Überlegungen, die zugegebenermaßen nicht umfassend und auch nicht  unbedingt innovativ aber aus meiner Sicht trotzdem notwendig sind.

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Internetquellen-Führer von vifabio auf neuer Basis

Bildschirmfoto der Trefferanzeige; biologische Organismennamen sind markiert und verlinkt.

Bildschirmfoto der Trefferanzeige; biologische Organismennamen sind markiert und verlinkt.

Der Internetquellen-Führer von vifabio hat eine neue technische Basis erhalten. Die Suchfunktionen sind damit erheblich benutzerfreundlicher geworden, und es gibt zahlreiche neue Möglichkeiten, in dem Datenbestand mit derzeit etwa 2.200 biologisch relevanten Internetressourcen zu recherchieren.

Bei der Eingabe von Suchstichwörtern hilft nun eine Funktion “Auto-Vervollständigen”; bei Schreibfehlern weist eine Funktion “Meinten-Sie-vielleicht” auf möglicherweise korrektere Schreibweisen hin. Eine Schlagwortwolke (tag cloud) ist als “moderner” Einstiegspunkt verfügbar (alternativ zu den bekannten Such- und Blättermöglichkeiten). Und, besonders hilfreich: Die Trefferlisten werden nun mittels eines leistungsfähigen Ranking-Algorithmus sortiert. Die Suchverfeinerung ermöglicht es den Benutzern, die Treffermenge anhand zahlreicher Kriterien weiter einzugrenzen (bspw. nach Sprache, Thema oder Zielgruppe).

Diese Verbesserungen wurden möglich, indem die bisher mit dem Softwaresystem DBClear realisierte Präsentationsschicht durch neue Technologien abgelöst wurde. Die Recherche-Oberfläche wurde neu programmiert und die Ergebnis-Generierung und -Präsentation mittels einer indexbasierten Lösung realisiert, die auf Lucene/Solr aufsetzt. Die Datenerfassung und -pflege erfolgt nach wie vor mit dem DBClear-System.

Außerdem wurde dem Internetquellen-Führer ansatzweise eine sogenannte “taxonomische Intelligenz” beigebracht: Wenn in den Trefferlisten Organismennamen auftauchen, werden diese automatisch markiert und mit Links zur Encyclopedia of Life (EoL) versehen. Das gibt einen kleinen Vorgeschmack auf weitere neuartige Elemente, die in einer weiteren Projektförderphase in vifabio umgesetzt werden sollen.

Die taxonomisch intelligenten Funktionen basieren auf Hintergrunddiensten, die durch uBio bereit gestellt werden. Der Universal Biological Indexer (uBio) wird durch die Bibliothek des Marine Biological Laboratory an der Woods Hole Oceanographic Institution (MBLWHOI, Woods Hole, Massachusetts) betrieben. Die Encyclopedia of Life (EOL) will eine umfassende Sammlung von Informationen zu allen bekannten Organismen schaffen (mit Beschreibungen, Literaturangaben und vielen weiteren Details).

Probieren Sie diese neue Form der Verlinkung in vifabio einmal aus (und sagen Sie uns Ihre Meinung dazu):

Recherche-Beispiel “Coleoptera”

Ein Beitrag von Gerwin Kasperek, vifabio / Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg

E-Mail an vifabio

Wiki zur Evaluation von Informationssystemen (Evalinfo) – Marketingkonzept zeigt die schlummernden Potenziale

Ein Beitrag von Dipl.-Bibl. Christian Woll, Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn

Wiki zur Evaluation von Informationssystemen (Evalinfo)Mit Hilfe von Evaluationen lassen sich Erkenntnisse gewinnen, die zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung eines Internetangebots sehr wertvoll sein können. Gerade im Kontext von Virtuellen Fachbibliotheken und Fachportalen, die in hohem Maße von Projektfördermitteln abhängig sind, spielen Evaluationen eine wichtige Rolle. Um Projektverantwortliche sowie Portal- und Datenbankanbieter bei ihren Evaluationsvorhaben zu unterstützen, hat das Informationszentrum (IZ) Bildung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) das Wiki zur Evaluation von Informationssystemen (Evalinfo) entwickelt. Es ist seit März 2008 unter http://evalinfo.dipf.de online zugänglich.

In dem Wiki werden einerseits Informationen zur Evaluationsplanung, zur Datenerhebung und -analyse und zu methodischen Ansätzen und andererseits konkrete Materialien (z. B. Fragebögen, Checklisten) angeboten. Im Gegenzug soll das Informationsangebot laufend durch die Fach-Community erweitert werden (z. B. durch zusätzliche Beiträge und Materialien). Bislang sind die Nutzung und vor allem die Mitwirkung am Wiki sehr gering. Dies wurde zum Anlass für ein Projekt im Rahmen des berufsbegleitenden Masterstudiums „Bibliotheks- und Informationswissenschaft (Master in Library and Information Science – MALIS)“ der Fachhochschule Köln genommen. Es sollte in Abstimmung mit dem DIPF ein Marketingkonzept für Evalinfo erarbeitet werden. Die Informationsbasis hierfür bildete eine Situationsanalyse. Einen wesentlichen Bestandteil der Situationsanalyse stellte eine Bedarfsanalyse dar, die zum Ziel hatte, die Erwartungen und Anforderungen der Zielgruppe an das Wiki zu eruieren. Zu diesem Zweck wurden telefonische Kurzinterviews mit insgesamt acht Personen aus der Hauptzielgruppe der Betreiber von Virtuellen Fachbibliotheken und Fachportalen durchgeführt. Um die Vollständigkeit und Vergleichbarkeit der Interviews sicherzustellen, wurde als Erhebungsinstrument ein Interviewleitfaden eingesetzt.

Ein zentrales Ergebnis der Kurzinterviews ist, dass ein hoher Bedarf an beispielhaften Darstellungen bereits durchgeführter Evaluationsvorhaben besteht. Dieser Bereich (Kategorie „Projekte“, http://evalinfo.dipf.de/evalinfo/index.php/Kategorie:Projekte) ist im Wiki bislang stark unterrepräsentiert. Um die Sammlung von Evaluationsstudien in nennenswertem Umfang erweitern zu können, bedarf es der Unterstützung durch die Community. Alle, die entsprechende Studien durchgeführt oder daran beteiligt waren, sind herzlich eingeladen, diese im Wiki bereit zu stellen. Im Bereich „Projekte“ steht eine Vorlage für kurze Projekt-Artikel zur Verfügung, anhand derer die Evaluationsvorhaben von den Wiki-Nutzerinnen und Nutzern selbst beschrieben werden können. Evaluationsergebnisse in Form von Dateien oder Hinweise auf bereits online zugängliche Evaluationen können gerne auch per E-Mail an Herrn Schindler vom DIPF übermittelt werden (schindler@dipf.de).

Ebenso wurde von den Interviewten Interesse am Ausbau der „Materialsammlung“ (http://evalinfo.dipf.de/evalinfo/index.php/Materialsammlung) geäußert. Diese liefert konkrete Materialien (Fragebögen, Leitfäden etc.), die an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Wiki-Nutzerinnen und -Nutzer können entsprechende Materialien selber als Datei hochladen. Voraussetzung hierfür ist eine vorherige Anmeldung bzw. Registrierung (http://evalinfo.dipf.de/evalinfo/index.php/Spezial:Anmelden).

Der Projektbericht ist in einer modifizierten Version hier abrufbar:
http://evalinfo.dipf.de/evalinfo/upload/Projektbericht_Evalinfo_Woll.pdf.

Suchfelder der ViFas zum Einbinden in beliebige Webseiten

Eine Reihe Virtueller Fachbibliotheken bietet ein Suchfeld zum Einbinden in beliebige Webseiten an.
Diese Suchfelder können bequem über einen kleinen HTML-Schnippsel z.B. in Fachinformationseiten von Bibibliotheken, Institutswebseiten oder die eigene Homepage integriert werden. Besucher dieser Seiten können dann eine Suche in diesen Fachportalen absetzen, die Suchergebnisse werden meist
in einem neuen Browser-Fenster in der Portalumgebung bzw. im jeweiligen Suchsystem angezeigt.
In der Regel ist es möglich und erlaubt, die im Quellcode angebenen Design-Attribute zu verändern oder zu ergänzen, so dass sich diese Suchfelder gut ins Look and Feel der eigenen Seiten einpassen lassen. Deutliche Hin- und Verweise auf das Fachportal mittels des Logos sind aber erwünscht.

Leider erlaubt es dieses Blog nicht, die verschiedenen Suchfelder der ViFas hier nutzbar anzuzeigen. Daher im Folgenden eine Liste der ViFas, die ein Suchfeld zum Einbinden anbieten, mit direktem Verweis auf die entsprechende Seite:

Alternativ bieten einige ViFas auch ein Such-Plugin bzw. OpenSearch-Plugin an, mit dem sich die Suche im Portal zur Suchleiste des Browsers hinzufügen lässt. Wird ein solches Plugin nicht aktiv angeboten, dann bietet sich z.B. für Mozilla-Browser das Add-on “Add to Search Bar” an, mit dem sich beliebige Suchfelder über die rechte Maustaste zur Browser-Suchleiste hinzufügen lassen. Vorsicht ist dabei aber geboten, wenn dass Suchstem mit einer Sessionverwaltung verknüpft ist und eine Suche nur mit einer gültigen Session funktioniert. Dann kann es sein, dass auf diese Weise hinzugefügte Such-Plugins nach Ablauf der Session-Gültigkeit nicht mehr funktionieren. Auch viele der hier nicht genannten ViFas und Fachportale unterstützen OpenSearch-Suchanfragen und lassen sich so in die Browser-Suchleiste einbinden.

eMedienTage an der Bayerischen Staatsbibliothek

Auch 2010 organisiert die Bayerische Staatsbibliothek unter dem Titel „eMedienTage: Digitale Angebote für Wissenschaft und Studium“ wieder eine Informationsveranstaltung für Wissenschaftler, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit rund um ihr umfangreiches elektronisches Mediensortiment. In themenbezogenen Vorträgen sowie an eigens eingerichteten Informationsständen wird die breite Palette elektronischer Medienangebote an der Bayerischen Staatsbibliothek vorgestellt.

Unter anderem werden die sechs unter Beteiligung der Bayerischen Staatsbibliothek betriebenen Virtuellen Fachbibliotheken b2i, historicum.net, Propylaeum, ViFaMusik, ViFaOst und Vifarom sowie die Bayerische Landesbibliothek Online und das Fachportal BioMedLit präsentiert.

Die eMedienTage finden in den Räumlichkeiten der Bayerischen Staatsbibliothek am 10./11. November 2010 statt.

Das detaillierte Programm kann im Internet unter http://emedientage.bsb-muenchen.de abgerufen werden.

Veranstaltungshinweis: Virtuelle Fachbibliotheken: Konzepte, Organisation und Möglichkeiten dezentraler Kooperation

Fortbildungsveranstaltung des VDB für Fachreferentinnen und Fachreferenten

Die Kommission für Fachreferatsarbeit des Vereins Deutscher Bibliothekare e. V. (VDB) veranstaltet mit Unterstützung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen am 18. und 19.11.2010 in Göttingen eine Fortbildungsveranstaltung für Fachreferentinnen und Fachreferenten aller Fachrichtungen zum Thema  “Virtuelle Fachbibliotheken: Konzepte, Organisation und Möglichkeiten dezentraler Kooperation”.

Die Fortbildung wird in vier Themenkreisen aktuelle Fragen und Perspektiven zum Thema Virtuelle Fachbibliotheken aufgreifen. Dabei werden u.a. die Fördermöglichkeiten der DFG und die Unterstützungsmöglichkeiten durch den vascoda e.V.  dargestellt und anhand konketer Beispiele Probleme und Lösungen des kooperativen Aufbaus und Betriebs von Virtuellen Fachbibliotheken sowie bei der Verstetigung der Angebote aufgezeigt. Auch wird der Frage nachgegangen, welchen Nutzen bringt eine Virtuelle Fachbibliothek den Wissenschaftlern und Studierenden bringt.

Nähere Informationen (vorläufiges Programm und Anmeldeformular) finden Sie auf den Webseiten des VDB: http://www.vdb-online.org/veranstaltungen/520/.

vascoda plant Neuausrichtung

Der vascoda e.V. hat, wie berichtet, im letzten Jahr seine für die nächsten Jahre geplanten Aktivitäten im Rahmen eines Zukunftskonzeptes beschrieben und dieses dem Ausschuss für wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme (AWBI) der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG vorgelegt.  An die Vorlage dieses Konzeptes war die Mittelfreigabe des zweiten Projektjahres für vascoda 2010 geknüpft.

Das  Zukunftskonzept benannte als Betätigungsfelder von vascoda den Betrieb und Ausbau des Einstiegs- und Rechercheportals vascoda und darauf aufbauender Dienste (Säule 1), die Koordination, strategische Unterstützung und das Marketing für die Vernetzung und den Wissensaustausch unter den beteiligten Fachportalen  (Säule 2) sowie internationale Kooperationen (Säule 3).

Votum des AWBI: Konzentration auf Säule 2, kein Weiterbetrieb des vascoda-Portals

Der AWBI hat dann Ende 2009 in seiner Stellungnahme zum Zukunftskonzept empfohlen, dass vascoda zukünftig ausschließlich die Säule 2 weiter verfolgen soll. Nur diesem Handlungsfeld werden seitens des AWBI ausreichende Zukunftschancen zugesprochen und ein entsprechender Unterstützungsbedarf der Mitgliedseinrichtungen und ihrer Angebote prognostiziert. Gleichzeitig wurden die Mittel für das zweite Projektjahr freigegeben, mit der Aufforderung, die Projektinhalte entsprechend des Votums anzupassen.

Empfehlung der vascoda-Gremien: Neuausrichtung und Ausweitung der Säule 2

Verständlicherweise hat das AWBI-Votum den vascoda-Vorstand sowie den Koordinierungsausschuss als lenkende Gremien des Vereins in den letzten Monaten und Wochen intensiv beschäftigt. In gemeinsamen Sitzungen musste letztendlich festgestellt werden, dass ohne die entsprechende bibliotheks- und förderpolitische Unterstützung der nachhaltige Betrieb des zentralen vascoda-Portals mit seinen Suchmöglichkeiten nicht gewährleistet und aufrecht erhalten werden kann. Die insbesondere für die Pflege und den Ausbau des vascoda-Suchraumes dauerhaft notwendige Grundfinanzierung kann realistisch betrachtet ohne zusätzliche Projektförderungen nicht aus dem Verein heraus realisiert werden, weder durch höhere Mitgliedsbeiträge noch durch das Angebot kostenpflichtiger Dienste. Eine fortlaufende Stellenfinanzierung für vascoda durch einzelne Mitgliedseinrichtungen, wie in den letzen Jahren durch TIB und hbz erfolgt, kann natürlich nicht erwartet werden. Andere Förderer/ Geldgeber sind nicht in Sicht, insbesondere, da politisch mit der Digitalen Bibliothek Deutschland ein anderes Projekt im Fokus steht.

Daher haben Vorstand und Koordinierungsausschuss den Vereinsmitgliedern auf einer Mitgliederversammlung  am 19. April in Berlin die Empfehlung unterbreitet, dem Votum des AWBI zu folgen und sich inhaltlich und strategisch auf die Säule 2 zu fokussieren sowie die dort genannten Aufgaben auszuweiten.

Mitglieder stimmen Neuausrichtung zu und fordern Konkretisierung künftiger Aufgaben und Dienste

Die Mitglieder haben der vorgeschlagenen Neuausrichtung im Grundsatz zugestimmt. Allerdings wurde auf der Mitgliederversammlung mehr als deutlich, dass es einer weiteren Konkretisierung der künftigen Aufgaben und Dienste von vascoda bedarf. Dies betrifft insbesondere die Aspekte Qualitätssicherung der Fachportale und  Standardisierung, welche neben Kommunikation und Wissenstransfer als künftige Aufgabenschwerpunkte angesehen werden.

Viele Mitglieder haben deutlich gemacht, dass Sie nur dann bereit sind, vascoda-Dienste und Aufgaben z.B. durch höhere Mitgliedsbeiträge dauerhaft mit zu tragen, wenn diese die Bedürfnisse der Fachportale spiegeln und einen echten Mehrwert bieten. Unklar blieb indes, welche Dienstleistungen hier im Einzelnen erwartet werden und wie ausgeprägt das Interesse aller Mitglieder tatsächlich ist.

Und was bedeutet dies nun konkret?

Im Rahmen des Projektes vascoda 2010 wollen wir in den nächsten Monaten alle vascoda-Mitgliedseinrichtungen gezielt befragen, um die Interessenlage besser beurteilen und das gewünschte Diensteportfolio von vascoda konkretisieren zu können. Diese Umfrage wird momentan vorbereitet. Die Ergebnisse werden wir nach derzeitigem Planungsstand Ende Oktober mit allen interessierten Mitgliedern diskutieren und weiter ausgestaltet. Ende November wird das Diensteportfolio dann den Mitgliedern im Rahmen einer Mitgliederversammlung zur weiteren Entscheidung vorgelegt.

Parallel werden wir zum Aspekt Qualitätssicherung und Standardisierung an der Definition und Aktualisierung eines Core-Sets an Modulen / Diensten von Fachportalen arbeiten. Aufbauend auf den Ergebnissen vorheriger Projektphasen möchten wir festhalten, was Fachportale heutzutage inhaltlich und technisch leisten sollten und können und die Portale dann gezielt beraten und unterstützen.
In diesem Kontext ist sicher auch die anstehende Evaluierung des SSG-Systems interessant, bei der die ViFas eine zentrale Rolle spielen und deren Ergebnisse sicher Auswirkungen auf das System der überregionalen Literaturversorgung haben werden.

Die Entwicklung des vascoda-Portals in seiner bisherigen Form und der Ausbau des Suchraumes ist faktisch eingestellt, der Betrieb wird aber durch das hbz weiter sichergestellt. Auch wenn wir im letzten Jahr doch einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht haben was Inhalte und einzelne Funktionen des Portals angeht, so ist doch klar, das ein Portal, welches nicht gepflegt wird, schnell veraltet und unbrauchbar wird. Daher muss vascoda als Rechercheportal kurz- bis mittelfristig abgelöst werden. Unter der bekannten Adresse www.vascoda.de werden wir dann voraussichtlich als zentrales Angebot das vascoda-Blog betreiben, ergänzt durch die Sammlungsbeschreibungen der bisherigen Fachzugänge und weitere Informationen rund um die Fachportale und die Mitgliedseinrichtungen. Eine Herausforderung wird hier sicherlich die Abgrenzung oder besser sinnvolle Verknüpfung zum sehr gut genutzten Informationsdienst Webis werden. Wann genau die vascoda-Suche eingestellt und die Umstellung erfolgen wird, dass ist noch nicht klar. Es wird aber noch in diesem Jahr sein.

Über die weiteren Entwicklungen werden wir Sie hier im Blog auf dem Laufenden halten.

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