ViFas, Lotse und Co. – gemeinsame Präsenz auf dem Bibliothekartag und gelebtes Netzwerk

Auch wenn der Beitrag zur bevorstehenden Auflösung des vascoda e.V. offenbar auf großes Interesse stößt (bereits über 1000 Aufrufe), möchte ich hier im Blog diese Woche doch mit etwas Positiverem abschließen. An den letzten drei Tagen haben sich eine Vielzahl von Virtuellen Fachbibliotheken zusammen mit Lotse, Webis, Academic LinkShare und der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek auf dem 100. Bibliothekartag am Stand H8 präsentiert.

Es liegt leider in der Natur der Sache, dass bei einer solchen Großveranstaltung mit sehr großer und verteilter Ausstellung nicht zu allen Zeiten ein reger Andrang am Stand herrscht und einige der ViFa-Verantwortlichen während ihrer Standzeit nur sehr wenige Gespräche mit BesucherInnen führen konnten. Dennoch war der gemeinsame Auftritt unter dem Motto „ViFas, Lotse und Co.“ aus meiner Sicht ein großer Erfolg.

Die Virtuellen Fachbibliotheken und Querschnittdienste haben einerseits bei ihren Multiplikatoren Präsenz gezeigt und konnten, denke ich, viel Feedback zu ihren Angeboten mitnehmen. Andererseits kamen auch der gegenseitige Austausch und das Netzwerken nicht zu kurz und es wurden in den Gesprächen zwischendurch Ideen für mögliche gemeinsame Entwicklungen und Veranstaltungen diskutiert, die Situation des Vereins analysiert, das Netzwerk gelebt. Mir hat der Bibliothekartag gerade deswegen sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass ein derartiger Austausch künftig auch ohne die Vereinsstruktur stattfindet, sei es bei Bibliothekartagen oder bei anderen Gelegenheiten.

Danke an alle Beteiligten und Besucher unseres Gemeinschaftsstandes.

Die vascoda Toolbar

Die vascoda-Community-Symbolleiste (Toolbar) gibt es nun schon seit Dezember 2009. Mittlerweile hat sich einiges getan, sowohl bei vascoda als auch beim Toolbar-Anbieter Conduit, so dass es Zeit wurde, die Toolbar ein wenig zu überarbeiten. Dies führt hoffentlich auch zu einer stärkeren Nutzung dieses aus meiner Sicht praktischen Werkzeugs.

Suchauswahl in der vascoda-ToolbarIm Suchfeld der Toolbar ist nun Conduit-seitig Microsofts Bing anstelle von Google voreingestellt. Es kann aber auch auf die vascoda-Blog-Suche oder auf die Suche in einem Fachportal umgestellt werden. Dafür bitte auf das kleine Dreieck hinter dem Suchbutton klicken (Pull-Downs-Menü) und die gewünschte Suche auswählen. Momentan sind 10 Fachportale eingetragen, die Suchanfragen per OpenSearch unterstützen. Weitere werden in Kürze folgen, perspektivisch sollen natürlich die Suchen aller ViFas und Fachportale über die Toolbar ansprechbar sein.

Über die Toolbar besteht direkter Zugriff auf die vascoda-News sowie auf die Fachportal-News per RSS-Feed sowie auf die Twittermeldungen von vascoda und einiger Fachportale. Zudem wird auf verschiedene weitere Social-Media-Angebote des vascoda e.V.  und seiner Mitglieder verlinkt. Auch dies wird noch weiter ausgebaut.

Darüber hinaus werden in der Toolbar auch die Partnerdienste und Informationssysteme dargestellt, die im Kontext der überregionalen Informations- und Literaturversorgung und der Infokompetensvermittlung eine Rolle spielen. Dies sind z.B. Webis – Sammelschwerpunkte an deutschen Bibliotheken und Lotse. Weiterhin wird auf die Angebote und Inhalte der Elekronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) , des Datenbank-Infosystem (DBIS) und der Zeitschriftendatenbank (ZDB) verlinkt. Die Bielefeld Academic Search Engine BASE wurde bisher als Suchmaske angeboten, welche sich in einem kleinen Fenster öffnete. Nun wird, wie bei den anderen Diensten, auf die verschiedenen Angebote von BASE direkt verlinkt. Über das Toolbar-Suchfeld kann aber auch eine Suche in BASE abgesetzt werden.  Neu augenommen in die Liste der Partnerdienste habe ich Nationallizenzen.de, um die NutzerInnen auch auf dieses Angebot besser hinzuweisen.

Die vascoda-Toolbar für Internet Explorer, Safari, Chrome und Firefox kann unter http://vascoda.mylibrarytoolbar.com/ kostenlos heruntergeladen werden und ist in Sekunden installiert.

Tipp: Sie haben die vascoda-Toolbar bereist installiert, sehen aber die Neuerungen nicht? Dann klicken Sie links in der Toolbar im Pull-Down-Menü hinter dem vascoda-Logo bitte auf „Symbolleiste aktualisieren“.

Hinweis und Angebot an vascoda-Partner: Wenn Sie für Ihre ViFa / für ihr Fachportal auch eine Toolbar einrichten oder Elemente zur vascoda-Toolbar ergänzen möchten, bin ich Ihnen gerne behilflich.

Warum Fachportale twittern sollten

Mit dem Microblogging-Dienst Twitter können kurze Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen versendet werden. Twitter gewinnt trotz dieser „Einschränkung“  zunehmend als Informations- und Kommunikationskanal und damit auch als Marketinginstument an Bedeutung.
Und dies ganz einfach auch deshalb, weil Twitter-Feeds mittlerweile sehr prominent in den Ergbnisslisten der großen Suchdienste auftauchen, aktuelle Twitter-Beiträge teils sogar in Echtzeit in die Suchergebnisse eingebunden werden und eben nicht nur übers Web, sondern auch über die Moblilfunknetze mit den ensprechenden Endgeräten jederzeit und unproblematisch abrufbar sind. Zudem sind die meisten relevanten Web 2.0-Anwendungen mit Twitter verbunden. Neue Bookmarks, Blogartikel oder Fotos und Videos können sofort getwittert werden, und anders herum können Twitter-Feeds in die diversen eigenen Webauftritte (Homepage, Blog, Facebook-Seite etc.) bequem eingebunden werden.

Momentan twittern nur sehr wenige Fachportale (unten mehr dazu). Immer mehr Bibliotheken twittern (z.B. über ihre Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit) und diejenigen davon, die ein Fachportal betreiben informieren so Ihre Follower (sprich Zielgruppe/n) auch über Aktivitäten/Neuigkeiten ihres Fachportals. In vielen Fällen twittern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliotheken und somit zum Teil auch Verantwortliche für die Fachportale und berichten in Ergänzung oder unabhängig vom offiziellen Kanal natürlich auch über ihre Arbeit.  Das LIS-Wiki gibt einen schönen Überblick über die twitternden Bibliotheken und Bibliothekarinnen und Bibliothekare.

Was getwittert wird, dass kann sehr unterschiedlich wie vielfältig sein. Bibliotheken twittern z.B. über diverse Neuigkeiten aus dem Bibliotheksalltag (Öffnungszeiten, Veranstaltungen, Baumaßnahmen, …), über Neuerwerbungen (Bücher, Lizenzen etc.) oder geben hier Antworten auf Nutzerfragen und bieten Recherche- und Lesetipps. Der Vorteil von Twitter im Gegensatz zu RSS-Feeds oder Newslettern per E-Mail ist, dass dieses Medium interaktiv ist, d.h. dass direkt und i.d.R. öffentlich auf Beitrage geantwortet und so offen kommuniziert wird/werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass Informationen durch so genannte Retweets schnell weiterverbreitet und über die eigenen Follower hinaus gelesen werden.

Welche Fachportale twittern schon? Aktiv twittern derzeit als solche erkennbar nur vier Fachportale. Das sind EconBiz – die Virtuelle Fachbibliothek Wirtschaftswissenschaften, das Slavistik-Portal, die Virtuelle Fachbibliothek Recht und das Fachportal Pädagogik.
EconBiz twittert Hinweise auf wirtschaftswissenschaftliche Veranstaltungen, welche im Veranstaltungskalender des Portals gesammelt werden und dort auch per RSS-Feed abrufbar sind. Neuigkeiten rund um EconBiz selbst werden zusammen mit anderen Informationen über den Twitter-Account der ZBW, der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften verbreitet.

Das Slavistik-Portal twittert neue Links aus dem Slavistik-Guide

Das Slavistik-Portal informiert per Twitter (alternativ zum ebenfalls vorhandenen RSS-Feed) über neue Links im Slavistik-Guide, dem Fachinformationsführer des Portals.
Die ViFa Recht twittert in Ergänzung zu ihren RSS-Feeds noch recht sporadisch über aktuelle Entwicklungen des Portals und über fachrelevante Veranstaltungen.
Das Fachportal Pädagogik informiert per Twitter (ebenso wie per RSS) über neue Publikationen auf dem peDOCCS-Dokumentenserver.
Die ZB MED, die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin twittert regelmässig auch über aktuelle Entwicklungen ihrer beiden Portale MEDPILOT und GREENPILOT, aber auch über weitere Belange der Einrichtung.
Das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) informiert in der Regel über Stellenausschreibungen in der Psychologie sowie über aktuelle Umfragen und Umfrageergebnisse, weniger über Neugigkeiten aus den Recherche- und Informationsdiensten.
cibera – die Virtuelle Fachbibliothek Ibero-Amerika/Spanien/Portugal – hat zwar einen eigenen Twitter-Account, der aber bisher nicht genutzt wird. Hier hat bisher Markus Trapp als langjähriger Projektmitarbeiter sehr erfolgreich über seinen privaten Twitter-Account auf Neuigkeiten aus dem Portal sowie auf neue Beitrage des von ihm verantworteten cibera-Blogs hingewiesen und tut dies jetzt auch „offiziell“ über den Twitter-Account der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

vascoda, als Einstiegsportal und Verein der Fachportale twittert ebenfalls. Hier besteht für alle beteiligten Portale die Möglichkeit, auf Neuigkeiten hinzuweisen bzw. hinweisen zu lassen, sei es durch eine Kurznachricht oder den Verweis auf einen ausführlicheren Beitrag im eigenen Angebot oder im gemeinsamen vascoda-Blog. Dieser Kanal ist aber in erster Linie dafür da, die Nachrichten aus den Fachportalen zu aggregieren und ergänzt als Multiplikator die eigenen Aktivitäten, ersetzt diese hinsichtlich der unterschiedlichen Zielgruppen aber nicht.

Ein eigener kostenloser Twitter-Account für ein Fachportal ist schnell eingerichtet, eine Anpassung ans Layout des Fachportales z.B. über eineinsprechendes Hintergrundbild ganz einfach. Der Inhalt kann ohne großen Aufwand generiert werden, insbesondere dann, wenn ohnehin schon ein RSS-Feed angeboten wird, dessen Nachrichten dann über einen Aggregations-Dienst (z.B. FriendFeed) automatisch getwittert werden. Das Ganze kann jederzeit durch andere Beiträge und Retweets ergänzt werden. Zu achten ist natürlich auf die Qualität der Beiträge; nicht die Quantität machts. Die Regelung von Zuständigkeiten ist in einigen Einrichtungen sicher ein Thema, aber i.d.R. unproblematisch zu klären. Es können auch mehrere Personen über einen Account twittern und ihre Beiträge über ein Kürzel kenntlich machen. Eine Policy (wer darf was) ist meist überflüssig und bei einem so schnelllebigen Medium auch eher hinderlich.

Twitter ist für Fachportale eine effektive Unterstützung/Ergänzung der Öffentlichkeitsarbeit. Twitter dient aber  zugleich auch der Vernetzung mit anderen Portalen, mit Bibliotheken und Bibliothekaren und mit den Nutzerinnen und Nutzern. Dieser Austausch/Wissenstransfer ist Grundvoraussetzung für den erfolgreichen und nachhaltigen Betrieb eines Fachportales.

%d Bloggern gefällt das: