Neue Angebote von ilissAfrica: Wiki-Tutorial, Web2.0-Dienste und Web-Desktops

Die „internet library sub-saharan Africa“ (ilissAfrica) experimentiert seit 2010 mit einigen neuen Dienstleistungen, die im weiteren Sinne dem Thema Web 2.0 zugerechnet werden können. Ausgangspunkt sind zunächst die drei eher klassischen Informationsangebote: das Portal selbst, die WEBIS-Seite und die Informationen auf den Websites der Sondersammelgebiete bzw. Institutionen, die diese Virtuelle Fachbibliothek (ViFa) tragen, nämlich der UB Frankfurt und dem GIGA Informationszentrum in Hamburg. In den folgenden Bereichen, gibt es nun neue Angebote.

ilissAfrica@web2.0 MindMap

Die Angebote von ilissAfrica im Überblick

Tutorials

Das Tutorial „African Studies Informationskompetenz“ führt die Interessierten in die Kunst ein, relevante Literatur schnell und sicher zu finden. Gerade bei der Literaturrecherche lässt sich viel Zeit sparen, wenn die einschlägigen Hilfsmittel zugänglich und ihre grundsätzliche Bedienung bekannt sind. Die Auswahl der heranzuziehenden Hilfsmittel hängt nun stark von der Zielsetzung ab. Das Tutorial unterscheidet drei Hauptziele: Erster Einstieg, Schneller Überblick und Vollständige Bibliographie.

Das Besondere an diesem Tutorial ist seine Organisation und Präsentation als offenes Wiki. Es bündelt die bisher angesammelten Schulungsunterlagen des SSG-Referenten und wird in Datenbankschulungen und Einführungen zur Informationsrecherche interaktiv ausgebaut und laufend aktualisiert. Geplant ist auch zusammen mit den zu schulenden Personen den pädagogischen Wert zu steigern.

Einen fachlichen Ausschnitt daraus ergänzt mit spezifischeren Informationen zur Geschichte Afrikas bietet der „Clio-online Guide Afrika“. Der Guide hat eher Aufsatzcharakter und ist auch ein Versuch, die marginale Position der Afrika-Geschichte in der allgemeinen Geschichte zu verbessern und regionale mit fachlicher ViFa zu verbinden.

Sehr viel mehr in Richtung E-Learning weisend ist der Kurs „Die Datenbank für Internetquellen auf ilissAfrica„. Er nutzt das von der Uni Frankfurt kostenlos bereitgestellte Autorentool LernBar, als echten Selbstlernkurs mit Überprüfungsfragen.

Soziales Web

Ziel der folgenden Angebote ist es, die „modernen“ Nutzer dort abzuholen, wo sie sich sowieso im Netz aufhalten. Es ist ein Schritt auf diese zu, damit sie die Chance haben, unser Portal in ihrer virtuellen Alltagswelt zu finden und dort ihren Freunden bekannt zu machen.

Auf dem social bookmarking-Portal “delicious” bietet ilissAfrica eine Auswahl von Kernangeboten. Hier gilt es vor allem eine Anlaufstelle für die diejenigen zu bieten, die selbst in delicious ihre Links verwalten. Die einzelnen Module von ilissAfrica werden gesondert verlinkt. Die Beschränkung auf wenige Links rührt eben auch aus der Konkurrenz-Situation her: delicious soll nicht als Alternative zum Internetquellenführer der ViFa stark gemacht werden.

Da die bisherige Website des SSG 6.31 vom Charakter her eher statische Informationen anbietet (Erwerbungsprofil, Öffnungszeiten, Kataloge, …) und die Platzierung aktueller Informationen – wie z.B. der Virtuellen Afrika-Vitrine – bisher nicht ideal ist, wird mit einem Blog bei WordPress.com experimentiert. Dieser bildet den Kern der Publikation aller aktuellen Nachrichten. Die Titelzeilen der Blog-Beiträge werden automatisch beim neuen Twitter-Account gepostet. So sind Blogging und Microblogging automatisch zusammengebunden. Der vollständige Blog-Beitrag wird gleichzeitig mittels der Facebook-Anwendung RSS Graffiti automatisch auf die Pinnwand-Seite der neuen Facebook-„Page“ veröffentlicht. Dort gibt es zusätzlich noch einen „Welcome“-Reiter mit einem Suchschlitz, der eine direkte Suche in ilissAfrica von Facebook aus ermöglicht (realisiert mit der Anwendung „My Info: Welcome Tab“). Insofern wird in Zukunft weder bei Twitter noch bei dem sozialen Netzwerk Facebook eine permanente Pflege erforderlich. Einzig der Blog sollte halbwegs am Leben erhalten werden. Hier sind Informationen wie die der bisherigen Virtuellen Afrika-Vitrine, Neuigkeiten über ilissAfrica, Berichte über den Buchmarkt Afrikas, Neuigkeiten aus dem Sondersammelgebiet, neue Datenbanken, Nationallizenzen oder Aktivitäten im Bereich Open Access vorgesehen.

Web-Desktop

Ein im ViFa-Bereich ganz neues Angebot widmet sich der Bewältigung der Informationsflut. Um auf dem Laufenden zu bleiben und den Überblick zu behalten, eignen sich so genannte Web-Desktops wie Netvibes, Pageflakes oder iGoogle. Sie werden auch Webtop oder Online Desktop genannt und stellen einen Virtuellen Desktop über das Internet browserbasiert zur Verfügung. ilissAfrica hat nun eine Vorauswahl konfiguriert mit den RSS-Feeds u.a. von

  • aktuellen Nachrichten etwa der BBC World zu AfrikailissAfrica@Netvibes
  • Inhaltsverzeichnissen neuer Zeitschriftenhefte
  • von African Studies Institutionen mit Veranstaltungen und Konferenz-Hinweisen
  • Academic LinkShare zu den neu eingegebenen Websites in ilissAfrica
  • Neuerscheinungen einschlägiger Verlage
  • Blog von ilissAfrica

Diese werden auf einer Seite übersichtlich angeordnet präsentiert. Exemplarisch wurde ein „Dashboard“ bei Netvibes eingerichtet.

Die Zusammenstellung von ilissAfrica kann nachgenutzt werden und dann den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Mittels der zugrundeliegenden OPML-Datei kann die Zusammenstellung auch in andere Webdesktops und Feedreader importiert werden. Auf den Seiten wird auch jeweils ein Widget angeboten, um eine schnelle Recherche in ilissAfrica abzuschicken.

Es fehlt noch die eigentliche Verankerung der Dienste auf ilissAfrica und die Neugestaltung der Frankfurter SSG Website mit den entsprechenden Links. Grundsätzlich ist die Schaffung vieler neuer Angebote auf unterschiedlichen Plattformen unter dem Pflegeaspekt nicht ideal. Doch entspricht die Pflege des Blogs eigentlich der Pflege der normalen SSG-Website, die Betreuung des Web-Desktops bedeutet einen minimalen Aufwand (manchmal ziehen RSS-Feeds um) und das Wiki-Tutorial bringt sogar Erleichterungen bei der Vorbereitung von Schulungen. Denkbar wäre perspektivisch auch, das ein oder andere Angebot direkt auf den Seiten der ViFa anzubieten. Da die Angebote sich noch in der Erprobungsphase befinden und Änderungen möglich sind, freuen wir uns über Anregungen und Kritik!

„Web 2.0“-Module von Savifa, der Virtuellen Fachbibliothek Südasien

Anknüpfend an den vascoda-Workshop „Verfügbarkeitsnachweise, Authentifizierung und Autorisierung / Möglichkeiten des Web 2.0“ möchten wir die Gelegenheit nutzen, darüber zu berichten, welche Wege Savifa beim Aufbau einer Forscher- und Projektdatenbank Südasien und bei der Einrichtung eines Blogs gewählt hat. In beiden Fällen gibt es bei der Umsetzung Unterschiede zu der Vorgehensweise von cibera, sodass in diesem Beitrag weitere Alternativen vorgestellt werden, wie Web 2.0-Angebote im Rahmen virtueller Fachbibliotheken realisiert werden können.

Forscher- und Projektdatenbank Südasien

Ziele der Forscher- und Projektdatenbank sind zum einen die Förderung von Kommunikation und Vernetzung innerhalb der Südasienwissenschaft und zum anderen die Expertisen der einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler deutlicher herauszustellen. Dadurch kann ein steigender Nachfragebedarf nach Südasien-Experten, der insbesondere aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Journalismus oder Bildung kommt, besser bedient und die Sichtbarkeit südasienwissenschaftlicher Forschung erhöht werden.

Bisher existierten Nachweissysteme von Forscherdaten für die Südasienwissenschaft nur in sehr rudimentärer Form.

Bei der Umsetzung der Datenbank war zu berücksichtigen, dass sich die Südasienwissenschaften in eine Vielzahl von Teildisziplinen gliedern. Der starken internationalen Ausrichtung und Vernetzung wurde dadurch Rechnung getragen, dass die Datenbank durchgängig zweisprachig (deutsch/englisch) konzipiert wurde. Dadurch haben auch ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Möglichkeit, sich und ihre Projekte in die Datenbank einzutragen bzw. in der Datenbank zu recherchieren.

Neben Browsingeinstiegen zu Nachnamen, Ländern und Regionen, Themengebiet undForscher- und Projektdatenbank Suedasien Sprache bietet die Datenbank sowohl eine einfache als auch eine erweiterte Suche, inklusive Schlagwortsuche. Die Themengebiete orientieren sich an den Teildisziplinen der Südasienwissenschaften und die Länder und Regionen an der modernen politischen Einteilung Südasiens. Bei den Sprachen wird eine Auswahl von 40 Sprachen angeboten, die die am weitesten verbreiteten südasiatischen Sprachen umfasst. Im Einzelfall sind diese Kategorien jedoch auch erweiterbar. Die Beschränkung auf vorgegebene Auswahlmöglichkeiten erhöht die Standardisierung der Einträge.

Zudem besteht die Möglichkeit, Informationen zu abgeschlossenen und laufenden wissenschaftlichen Projekten zu hinterlegen. Diese werden dann dem entsprechenden Forscherdatensatz zugeordnet und sind in der Detailansicht sichtbar. Die vorhandenen Erfassungskategorien sind Titel des Projektes, eine Kurzbeschreibung, sachliche Schlagworterschließung sowie Projekthomepage oder Link zu weiterführenden Informationen. Die Projektangaben können allen Wissenschaftlern zugeordnet werden, die an diesem Projekt beteiligt und bereits in der Datenbank über einen Eintrag verfügen. Auch eine zusammenhängende Darstellung aller an einem bestimmten Projekt Beteiligten ist möglich.

Die Datenbank ist von der IT-Abteilung der UB Heidelberg programmiert worden und komplett in die Struktur und das Layout der Savifa-Homepage integriert.

Die Aufnahme in die Datenbank erfolgt über ein Webformular, bei dem neben Kontaktdaten auch die institutionelle Zugehörigkeit sowie Forschungsschwerpunkte, Themengebiete und Projekte eingetragen werden können. Aktuell sind rund 280 Personen in der Datenbank verzeichnet. Davon sind etwa 60 Prozent der Datensätze von Savifa-Mitarbeitern eingepflegt worden. Die restlichen 40 Prozent sind Selbsteinträge, die jedoch von Mitarbeitern des Fachportals nachbearbeitet und erst dann freigegeben wurden.

Bei der Nachbearbeitung werden fehlende Informationen ergänzt und die Einträge bezüglich der Zweisprachigkeit vervollständigt. Hinsichtlich einer Standardisierung der Einträge werden auch Einträge zur institutionellen Zugehörigkeit sowie die Schlagworte nachbearbeitet. In der Regel wird dabei auf das Vokabular der Gemeinsamen Körperschaftsdatei (GKD) sowie der Schlagwortnormdatei (SWD) zurückgegriffen. Bei Online-Publikationen wird zudem die entsprechende URL bzw. URN nachgeführt, sodass Benutzer direkt zum Volltext gelangen.

Eine eigenständige Überarbeitung oder Aktualisierung des eigenen Profils ist nicht möglich. Hierzu bedarf es einer Mitteilung an die Mitarbeiter von Savifa.

Savifa als Autor auf dem Blog von suedasien.info

Da das Informationsportal suedasien.info, mit dem Savifa seit Mitte 2007 kooperiert, bereits mit einem Weblog gestartet war, entschieden wir uns dagegen, ein eigenes Blog anzubieten. Seit März 2008 beteiligt sich Savifa als eigener Autor bei suedasien.info. Dies hat den Vorteil, dass Informationen gezielt auf einem bereits etablierten Blog platziert werden können. Zugleich bedeutet dies eine Arbeitserleichterung, da technische, administrative und redaktionelle Tätigkeiten wegfallen, die bei einem eigenen Blog unumgänglich sind.

Regelmäßig schreiben wir Beiträge zu interessanten Internetressourcen (Website der Woche), veröffentlichen Buchbesprechungen von Neuanschaffungen des SSG Südasien oder berichten über neue Angebote von Savifa.

Durch die Zusammenarbeit mehrerer Autoren, die regelmäßig bei suedasien.info bloggen, ist mittlerweile ein lebendiges Blog entstanden, das auch bei einem interessierten nicht-wissenschaftlichen Leserkreis auf großes Interesse stößt.

Bei Fragen zur Konzeption und den Arbeitsabläufen dieser Angebote von Savifa stehen wir Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung

merkel@sai.uni-heidelberg.de

geyer@sai.uni-heidelberg.de

Hinweis: Dieser Artikel wurde von Nicole Merkel und Robby Geyer verfasst.

Neues Angebot des SSG Psychologie: PsychoLog löst den Newsletter ab

PsychoLog - das Weblog des Sondersammelgebietes Psychologie

PsychoLog - das Weblog des Sondersammelgebietes Psychologie

Kein Scherz…

Ab heute löst PsychoLog, das Weblog des Sondersammelgebietes Psychologie, den Newsletter der Virtuellen Fachbibliothek Psychologie ab. Der Newsletter ist bis März 2009 monatlich erschienen und hat seine Abonnenten auf ausgewählte psychologische Internetseiten und Onlineangebote hingewiesen. Außerdem erhielten sie aktuelle Informationen über die Angebote der Virtuellen Fachbibliothek Psychologie. Mit dem Weblog haben wir nun ein zeitgemäßeres und flexibleres Werkzeug für diesen Zweck gefunden, an dem die Nutzer durch Kommentare auch aktiv teilnehmen können. Unser eigener Veranstaltungskalender wird durch Verweise auf die Zusammenstellungen des ZPID, der DGPs und des BDP ersetzt. Wir werden aber im Rahmen des Weblogs auch immer wieder auf besonders interessante Termine oder Angebote rund um das Fach Psychologie hinweisen.

Eva Kopp
Natascha Magyar
Timo Michels

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